Mag. Elke Novak-Rabenseifner, Rechtsanwältin
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Archive for the ‘News’ Category

Sorgfaltspflicht und Sprungschanze im Fun-Park (OGH vom 1.9.2010 3 Ob 89/10 z)

Mittwoch, März 23rd, 2011

Ein Snowboardfahrer hat sich bei einem Sprung über eine Schanze in einem Fun-Park darüber zu vergewissern, ob sich Personen in der Landezone aufhalten. Dazu muss er sich auch eines Einweisers bedienen. Wenn ein Skifahrer sich grundlos länger in der Landezone aufhält, als dies für den Snowboardfahrer erkennbar ist, kommt es zu einer Schadensteilung im Verhältnis 1:2 zu Lasten des verletzten Skifahrers.

Geltendmachung des Schadens bei Erwerb eines Wertpapiers zu einem objektiv überhöhtem Preis (OGH vom 21.12.2010, 8Ob6/10f)

Montag, Februar 28th, 2011

Werden Wertpapiere zu einem objektiv überhöhten Preis gekauft, kann bereits während der Laufzeit der sich noch im Portfolio des Geschädigten befindlichen Gewinnschuldverschreibungen Zahlungsklage erhoben werden. Der Schaden tritt nämlich schon mit der Bezahlung des Kaufpreises ein. Bei einem Wertpapier, das von vornherein zu teuer angeschafft wurde, ist ein Vorteilsausgleich der Preisdifferenz im Zuge der weiteren Entwicklungen nur ganz ausnahmsweise denkbar.

Zession einer Hypothekarforderung (OGH vom 21.10.2010, 5Ob126/10f)

Montag, Februar 28th, 2011

Bei der Abtretung einer Hypothekarforderung erwirbt der Zessionar das Pfandrecht erst mit der Einverleibung der Übertragung im Grundbuch. Zu beantragen ist die Einverleibung der Übertragung des Pfandrechts, Eintragungsgrundlage bildet eine grundbuchsfähige Urkunde über die Abtretung der gesicherten Forderung und die Übertragung des Pfandrechts.

Konkurrierende urheberrechtliche Ansprüche, objektive Klagenhäufung (OGH vom 09.11.2010, 4Ob173/10k)

Montag, Februar 28th, 2011

Ein Ersatz des Vermögensschadens gem. § 87 Abs 1 UrhG kann neben pauschaliertem Schadenersatz, einem angemessenen Entgelt und einer Gewinnherausgabe nur dann begehrt werden, wenn der Vermögensschaden das doppelte angemessene Entgelt oder den herauszugebenden Gewinn übersteigt. Ideeller Schadenersatz kann hingegen zusätzlich zum Ersatz des Vermögensschadens nach § 87 Abs 1 geltend gemacht werden.

Jeder der konkurrierenden Ansprüche muss ziffernmäßig und der Art nach konkretisiert sein.

Nachträglich begründete statutarische Aufgriffsrechte bei der GmbH: Notarielle Beurkundung ist ausreichend (OGH vom 17.12.2010 6Ob63/10y)

Montag, Februar 7th, 2011

Der Oberste Gerichtshof hat seine Rechtssprechung, nach der bei einer nachträglichen Begründung statutarischer Aufgriffsrechte ein Notariatakt erforderlich ist, geändert. Nach der neuen Rechtssprechung ist ausdrücklich die notarielle Beurkundung für diesen Akt ausreichend.

Abberufung eines Geschäftsführers (OGH vom 17.11.2010, 5 Ob 212/10 k)

Freitag, Januar 7th, 2011

Bei einer GmbH, die aus 2 Gesellschaftern (X und Y GmbH) besteht, fand sich keine Mehrheit zur Abberufung des (Fremd) Geschäftsführers. Der Geschäftsführer war nicht Gesellschafter dieser GmbH, jedoch Alleingesellschafter der X-GmbH. In einem solchen Fall muss sich die Klage auf Abberufung des Geschäftsführers gegen die X-GmbH richten (Zustimmungsklage), an welcher der Geschäftsführer die Anteile hält und die gegen die Abberufung gestimmt hat. Die Klage richtet sich nicht gegen die GmbH und auch nicht gegen den Fremdgeschäftsführer persönlich.

Website eines Unternehmens und Verbrauchergerichtsstand (EuGH vom 7.12.2010, C-585/09 und C- 144/09)

Freitag, Januar 7th, 2011

Die bloße Benutzung einer Website durch ein Unternehmen sagt noch nichts darüber aus, welcher Gerichtsstand damit begründet wird. Die bloße Nutzung einer Website zum Zweck der geschäftlichen Tätigkeit bedeutet noch nicht, dass der Unternehmer seine Tätigkeit auf einen anderen Mitgliedsstaat „ausrichtet“.

Variables Kapitalkonto II des Kommanditisten (OGH vom 01.09.2010, 6 Ob 39/10v)

Dienstag, Dezember 21st, 2010

Werden Gewinne, Verluste und Entnahmen, auf dem variablem Kapitalkonto II des Kommanditisten verbucht, so ist das Konto als Einlagenkonto und das verbuchte Vermögen als Eigenkapital der Gesellschaft zu qualifizieren. Nur eine unberechtigte Entnahme bzw. Auszahlung begründen einen Rückforderungsanspruch der Gesellschaft. In allen anderen Fällen ist der Kommanditist während des Bestehens der Gesellschaft nicht verpflichtet, negatives Kapital auszugleichen. Scheidet der Kommanditist aus der Gesellschaft aus, können Rückforderungsansprüche betreffend unberechtigter Entnahme/Auszahlung nur als Ausgleichsanspruch der Gesellschaft geltend gemacht werden.

Zuschlagsfähige Angebote (VwGH vom 5. 11. 2010, 2007/04/0047)

Freitag, Dezember 17th, 2010

Angebote sind auch nach Ablauf der Zuschlagsfrist “zuschlagsfähig”, wenn der Bieter die Annahme des Auftrages erklärt.

Verwendungsanspruch aus Geschäftsbetrieb verjährt erst nach 30 Jahren (OGH vom 5. 10. 2010, 4 Ob 117/10z)

Freitag, Dezember 17th, 2010

Ein Verwendungsanspruch nach § 1041 ABGB verjährt gem § 1478 ABGB erst nach 30 Jahren, auch wenn das rechtsgrundlos verwendete Gut zur geschäftlichen Sphäre des Anspruchsberechtigten gehört. Die dreijährige Verjährungsfrist des § 1486 Z 1 ABGB kann mangels synallagmatischen Leistungsverhältnisses nicht angewendet werden.